Ortsrundgang durch die Siedlung

Ein Bericht von Ulrike Hanusch-Augst.

Der Einladung unseres Heimatvereins zu einem Ortsrundgang durch Teile der Siedlung am 28.09.2025 waren 14 Personen gefolgt.

Treffpunkt war 10.00 Uhr an der Feuerwehr Liegau-Augustusbad.

Auf der Grundlage von Recherchen durch Ursula Frase begann der Rundgang am Grundmühlenweg.

Unsere Mitglieder Sabine Schneider, Kerstin Kunze und Ulrike Hanusch-Augst informierten an den entsprechenden Stationen.

Vielen Teilnehmern war nicht bekannt, dass sich die Quellen des „Heilwassers“ für das einstige „Herrmannbad“ (im Dorf) im Bereich zwischen Forellenschänke und heutigem Anglerteich befanden, das Wasser ins Dorf gefahren und dort erst erwärmt wurde. Dabei entsprach die Wasserqualität sogar annähernd der vom „Augustusbad“.

Aber die Geschichte der Siedlung begann erst mit dem Kauf von 85 ha Feld-, Wiesen und Waldgelände des einstigen Ritterguts im Jahre 1929 durch die Berliner Landparzellierungs AG – kurz LAPAG genannt.

Dabei beschränkte sich der Rundgang nur auf den Abschnitt A der Siedlung entlang der Langebrücker Straße ab Grundmühlenweg bis zum „Schwarzen Teich“.

Begonnen wurde mit Ausführungen zur Geschichte des einstigen durch die LAPAG errichteten Familienbades, das nach dem II. Weltkrieg leider keine Wiederauferstehung erlebte.

Allerdings finden wir heute dort als belebendes Element im Ortsbild den Ende der 1980er Jahre entstandenen Anglerteich

Am „Kuhteich“ schwenkten wir kurz ins Gelände des „Forellenwaldes“ und es eröffneten sich über die Rhododendren Verbindungen zur weiteren Familie des einstigen Radeberger Bürgermeisters Christoph Seydel, dem Gründer  des „Augustusbades“.

Der Familie Kneip ist zu verdanken, dass das Grundstück öffentlich zugängig ist und ständig sehr gut gepflegt wird.

Sprüche in Baumstümpfen regen zum Nachdenken an… .

Mit dem Verkauf von durchschnittlich 1000 m² großen Parzellen durch die LAPAG entstand nach und nach die Siedlung.

Vor allem Dresdner nutzten ihre Grundstücke für den Eigenanbau von Obst und Gemüse und zur Erholung am Wochenende.

Es entstanden aber auch viele Eigenheime.

Nach dem Krieg bauten sich Ausgebombte ihre Laube mühevoll zur Wohnung aus.

Damit verbunden entstanden die verschiedensten Geschäfte und Handwerksbetriebe.

Diese waren im Verlauf des Rundgangs auch Gegenstand der Ausführungen. 

So erfuhren die Teilnehmer des Rundgangs

  • von den Lebensmittelgeschäften der Familien Krasselt und Strohbach – beide später von  HO bzw. KONSUM genutzt -,
  • vom Kaufhaus Liliput,
  • von den Drogerien Rose und Voigt,
  • von den Friseuren Vogel und Filschke oder
  • von der Bäckerei Philipp.

In der Siedlung gab es

  • eine Fleischerei und
  • bis 1944 sogar ein eigenes Postamt… .

Auf die Produktionsstätten

  • von Seifen-Naumann bzw.
  • der Herdplattenfertigung von Egon Burk – heute Metallbau Gommlich –

wurde eingegangen.

Aber auch

  • der Milchmann Schindler,
  • die Erdbeer-Müllern oder
  • der Kohlehändler Jakob

fanden unterwegs Erwähnung.

Gastronomisch konnte die Siedlung neben der heute noch existierenden Gaststätte „Pechhütte“ mit der „Forellenschänke“ aufwarten.

Bei unserem Rundgang wurden auch Erinnerungen zur Versorgung und Betreuung der vielen FDGB-Urlauber ausgetauscht.

Auf  dem  Weg gab es einige Erläuterungen zu den Liegauer Brunnen bzw. der Wasserversorgung in der Siedlung, ebenso wie Interessantes zum Nahverkehr

Am Biotop „Schwarzer Teich“, der mit einer kleinen Tafel auf sich und seine Bewohner aufmerksam macht, wurde die entsprechende Sage vorgetragen.

Das Haus des Zinngießers Knöfel - unter Denkmalschutz stehend - war gemeinsam mit der „Forellenschänke“ als einzige Gebäude bereits vor der Entstehung der Siedlung vorhanden

und bildete den Abschluss unseres Rundgangs.

Es war für alle ein interessanter und kurzweiliger Rundgang durch einen kleinen Teil unseres Ortes.

Der Ausflug in die Ortsgeschichte hat allen Beteiligten Spaß gemacht und sie konnten in den zwei Stunden neues Wissen mit nach Hause nehmen.

Bedanken möchten wir uns auch für die beim Rundgang übergebenen Dokumente.
Schade, dass nicht noch etwas mehr Jüngere und NEU-Liegauer den Weg zu uns fanden und damit Interesse an ihrem Wohnort zeigen konnten...

16.06.2026, UHA (Text)